Fragebögen

Psychiatrische Diagnostik mit Fragebögen

Wozu dienen Fragebögen? Was soll ich tun, wenn ich mich nicht zwischen zwei Antworten entscheiden kann? Was geschieht überhaupt mit den Daten aus dem Fragebogen? Wird damit die Diagnose festgelegt, das Kind abgestempelt?

Oft bekommen Sie als Eltern, Lehrer, betroffene Jugendliche oder sonstige Bezugspersonen von unserer Praxis und anderen psychiatrisch-psychologischen Institutionen Fragebögen. Offenbar erzeugen Fragebögen oft weitere Fragen. Wir kennen die möglicherweise damit verbundenen Bedenken. Hier unser Statement:

Die Diagnose psychischer Störungen ist und bleibt eine komplexe Angelegenheit. Nur in den wenigsten Fällen gibt es eine “Messlatte” oder einen definitiven “Test” der zweifelsfrei beweist ob eine psychische Störung vorliegt oder nicht. In der Regel kommt eine Diagnose dadurch zu Stande, dass man Informationen der Eltern, der Schule, anderer Beteiligter erfasst, das Kind in Interaktion und Verhalten beobachtet, psychologische Tests durchführt und Fragebögen ausgibt und auswertet. Die Aufgabe der Praxis bei der Diagnostik besteht darin, alle relevanten Informationen zusammenzutragen, zu bewerten und zu einem greifbaren Ergebnis (Diagnose) zu verdichten.

Vorteile von Fragebögen

Fragebögen sind von Wissenschaftlern entwickelt worden. Dabei wurde der Fragebogen immer einer größeren Anzahl von Probanden vorgelegt um eine statistische Basis zu erstellen für die Bewertung des Fragebogenergebnisses. Ein vollständig und eindeutig ausgefüllter Fragebogen ermöglicht es uns ihr Kind mit dem Normen aus dieser Statistik zu vergleichen und eine Einordnung vorzunehmen.

Ein weiterer Vorteil ist die effiziente, systematische und strukturierte Erfassung von wichtigen Symptomen und Auffälligkeiten.

Kritische Betrachtung der Fragebogendiagnostik

Ein Fragebogenergebnis ist niemals wirklich objektiv und gibt auch nicht “die Wahrheit” wieder. Ein Fragebogen gibt immer nur die Meinung und Sichtweise der Person wieder, die ihn ausfüllt! Ein Fragebogen ist immer eine Vereinfachung oder eine “Schublade” in die das Kind als Mensch nicht wirklich passt.

Ein Fragebogen fragt meist nur nach Problemen. Manchmal auch nach Problemen die beim eigenen Kind gar nicht vorhanden sind. Dies erzeugt möglicherweise eine “Problemzentrierung” die einen nicht unbedingt der Lösung näher bringt, im schlimmsten Fall sogar Probleme verstärkt oder erzeugt. Und dies ist sicher nicht hilfreich.

Bitte bedenken Sie dabei aber auch, dass viele diagnostische Eingriffe in der somatischen Medizin  unangenehm sind, aber notwendig, um Klarheit bei der Diagnose einer Krankheit zu bekommen.

Unsere Lösung

Fragebögen werden in unserer Praxis gezielt nach einem Gespräch herausgegeben. Sie sind wichtig, weil sie effizient und systematisch sind, sind  aber für uns immer nur ein Teil der Diagnostik. Wir überprüfen jedes Fragebogenergebnis, ob es auch mit den sonstigen Schilderungen und Beobachtungen in Deckung zu bringen ist.

Unsere Bitte an Sie

  • Bitte kreuzen Sie bei jeder Frage eine Antwort an. Bei fehlenden Antworten können wir den Fragebogen nicht auswerten. Bitte auch immer eindeutig kennzeichnen, wer den Bogen ausgefüllt hat.
  • Wenn sie zwischen zwei Antworten schwanken, müssen Sie sich leider für die am besten passende Antwort entscheiden. Nur dann können wir den Fragebogen statistisch auswerten.
  • Und,  – auch wenn es eigentlich selbstverständlich ist –  seien Sie bitte zu sich selbst ehrlich, wenn Sie den Fragebogen ausfüllen. Es nützt weder Ihnen noch dem Kind, wenn man bei der Beantwortung beschönigt oder dramatisiert.  Das gilt natürlich auch für die Selbstbeurteilungsbögen für Jugendliche.
  • Wenn sie jemandem beim Ausfüllen des Bogens helfen, dann ist nicht ihre Meinung gefragt. Sie sind nur der „Dolmetscher“.
  • Sie dürfen gerne auf dem Fragebogen oder einem Extrablatt noch Kommentare und Ergänzungen schreiben.

Zögern Sie nicht, uns anzurufen oder anderweitig Kontakt aufzunehmen, wenn beim Ausfüllen Fragen auftauchen, wir helfen Ihnen gerne.

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