Mein Kind geht nicht zur Schule

Dies ist eines der heikelsten Themen, das in einer Familie auftauchen kann. Wenn Ihr Kind nicht zur Schule gehen will oder kann, dann erzeugt das meist eine erhebliche Dynamik im Dreieck zwischen Kind, Eltern und Schule. In unserer Gesellschaft gibt es die Schulpflicht, und wenn Kinder nicht zur Schule gehen, entsteht in jedem Falle Druck. Abwarten hilft nicht! Dann wird alles noch schlimmer!

Kein Bock…

„Blau machen” ohne Wissen der Eltern und sich stattdessen interessanteren Dingen zuwenden ist ein Phänomen, das man meist bei älteren Kindern beobachtet. Erzieherische Präsenz und gute Abstimmung zwischen Eltern und Schule können das Problem eingrenzen. Sollte dies nicht reichen, sind intensivere strukturierende und sozial unterstützende Maßnahmen sinnvoll.

Schulangst/„Schulphobie”

Manche Kinder geben aus verschiedenen Gründen an, nicht in die Schule gehen zu können. Die Eltern wissen in der Regel vom Fernbleiben ihres Kindes. Sie versuchen durch gutes Zureden, Zuwendung oder auch Druck, ihre Kinder dazu zu bringen, in die Schule zu gehen. Der Widerstand ist oft erheblich, verbunden mit emotionalen Auffälligkeiten und körperlichen Symptomen. Das Kind zeigt, dass es in großer psychischer Not ist. Die Eltern leiden mit ihrem Kind und unter ihrer eigenen Wirkungslosigkeit. Die Lehrer reagieren mit Angeboten, aber auch mit Druck. Oft kann keiner erkennen, was die Ursache für die Verweigerung sein könnte.

Hinter der Schulverweigerung oder Schulangst stecken meist komplexe Zusammenhänge. Eindimensionale Betrachtungen greifen hier zu kurz. Mögliche Faktoren sind unter anderem: Angstauslöser in der Schule, Verlustangst, Leistungsüberforderung, schlechte Erfahrungen, gelernte Muster, Persönlichkeit des Kindes. Bei körperlichen Symptomen empfiehlt sich eine gründliche Untersuchung beim Kinderarzt oder Hausarzt. Lösungen finden sich dann, wenn man seinen Blick verstärkt auf die Fähigkeiten und Potentiale des Kindes und seines Bezugssystems richtet.

Lösungen

Beim Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie kann in jedem Falle eine Klärung der Zusammenhänge vorgenommen werden. Ernsthafte psychische Erkrankungen werden erkannt, benannt und lösungsorientiert behandelt, meist mit Unterstützung weiterer Therapieoptionen. Die Erfahrung zeigt leider, dass selbst intensive und gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule, Therapeuten und sozialen Hilfen manchmal nicht ausreicht. Dann kommen Tagesgruppen, Tagesklinik, stationäre Therapie oder eine Fremdunterbringung im Rahmen der Jugendhilfe in Frage.

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